Wer im Rechnungswesen mit Einmallieferanten zu tun hat, stößt früher oder später auf den CpD-Kreditor. Conto pro Diverse, das Sammelkonto für Geschäftspartner, für die kein eigener Stammsatz angelegt wird.
Der Begriff taucht in jeder ERP-Dokumentation auf, meist rein technisch erklärt. Was dabei selten steht: Was der CpD über den Prozess dahinter aussagt und wo er an seine Grenzen kommt.
Was ein CpD-Kreditor ist
Ein CpD-Kreditor ist ein Sammelkonto. Statt für jeden Geschäftspartner einen eigenen Stammsatz anzulegen, wird auf dieses eine Konto gebucht. Die Angaben zum tatsächlichen Empfänger, also Name, Anschrift und Bankverbindung, werden direkt am Beleg erfasst statt im Stammsatz hinterlegt.
Der Zweck ist Aufräumen: Der Kreditorenstamm bleibt frei von Einträgen, die genau einmal gebraucht werden. Statt dreihundert Karteileichen steht ein Konto im System.

Wofür er gedacht ist
Der CpD hat legitime Einsatzfälle, und es lohnt, sie fair zu benennen.
- ▸ Erstattungen an Privatpersonen, etwa Reisekosten oder Auslagen, bei denen ein Lieferantenstammsatz sachlich falsch wäre.
- ▸ Einmalige Zahlungen an Behörden oder Institutionen, mit denen keine Geschäftsbeziehung besteht.
- ▸ Vorgänge, die sich nachweislich nicht wiederholen und bei denen der Aufwand einer Neuanlage unverhältnismäßig wäre.
In diesen Fällen ist der CpD das richtige Werkzeug. Er ist dafür gebaut.
Wo die Grenzen liegen
Schwieriger wird es, sobald der CpD zum Regelweg für Einmalbedarfe wird.
Auswertbarkeit
Was auf ein Sammelkonto gebucht wird, taucht in Lieferantenauswertungen nicht als eigener Partner auf. Fragen wie wie viel haben wir bei diesem Anbieter ausgegeben oder bei wem kaufen wir eigentlich regelmäßig lassen sich über CpD-Buchungen nur mühsam beantworten. Genau diese Transparenz ist aber die Voraussetzung dafür, Bedarfe zu bündeln.
Kein Ansprechpartner
Der CpD regelt die Buchung, nicht die Geschäftsbeziehung. Kommt die Ware nicht, ist sie beschädigt oder braucht es eine Garantieabwicklung, gibt es keine hinterlegte Zuständigkeit. Wer den Fall geklärt bekommt, ist derjenige, der zufällig bestellt hat.
Konditionen je Vorgang
Ohne Stammsatz gibt es keine hinterlegten Zahlungsbedingungen. Zahlungsziel und Skonto werden jedes Mal einzeln erfasst, was Fehler begünstigt und das Ausnutzen von Skonto erschwert.
Interne Regeln
Viele Häuser begrenzen die CpD-Nutzung auf Kleinstbeträge oder definierte Fallgruppen, weil ein Sammelkonto die Prüfbarkeit einzelner Zahlungsempfänger reduziert. Der CpD ist dann verfügbar, aber nur für einen Teil der Fälle.
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Was der CpD nicht löst
Hier liegt der entscheidende Punkt, und er wird beim Blick auf den aufgeräumten Kreditorenstamm leicht übersehen.
Der CpD-Kreditor ist ein Buchungshilfsmittel, keine Prozesslösung. Er beseitigt den Stammsatz. Er beseitigt nicht die Arbeit, die vor der Buchung liegt.
Der Lieferant muss weiterhin gefunden werden. Er muss geprüft werden, zumindest so weit, dass eine Zahlung vertretbar ist. Es muss bestellt, der Termin verfolgt und die Ware vereinnahmt werden. Bei Problemen muss jemand reklamieren. All das fällt unverändert an, unabhängig davon, auf welches Konto am Ende gebucht wird. Wie aufwendig allein das Lieferanten-Onboarding ist, zeigt der Blick auf die einzelnen Schritte.
Anders gesagt: Der CpD verbucht das Symptom eleganter. Die Ursache, nämlich dass für jeden Einmalbedarf ein neuer Anbieter gefunden und abgewickelt werden muss, bleibt bestehen.
Der Unterschied zum 1-Kreditor-Modell
| CpD-Kreditor | 1-Kreditor-Modell | |
|---|---|---|
| Kreditorenstamm | bleibt schlank | bleibt schlank |
| Lieferantensuche | bei Ihnen | beim Dienstleister |
| Bestellung und Terminverfolgung | bei Ihnen | beim Dienstleister |
| Ansprechpartner bei Problemen | keiner hinterlegt | fester Vertragspartner |
| Zahlungskonditionen | je Vorgang erfassen | einmal hinterlegt |
| Auswertbarkeit | eingeschränkt | ein Lieferant, klar auswertbar |

Beim 1-Kreditor-Modell wird Facura als regulärer Lieferant angelegt, einmal, mit hinterlegten Konditionen und festem Ansprechpartner. Der Bedarfsträger meldet den Bedarf beim Einkauf, der Einkauf beauftragt Facura, Facura beschafft beim Anbieter Ihrer Wahl.
Das ersetzt den CpD nicht für die Fälle, für die er gedacht ist. Für Erstattungen und Behördenzahlungen bleibt er das richtige Werkzeug. Für Einmalbedarfe im Einkauf löst er nur die Buchung, nicht die Beschaffung.
Und die Beschaffung wiederholt sich. Wer heute einen Einmalbedarf hat, hat nächsten Monat den nächsten. Wer den Weg einmal einrichtet, hat ihn für alle weiteren: Facura wird einmal als Lieferant angelegt, danach läuft jeder Einmalbedarf über denselben Kreditor.
Häufige Fragen zum CpD-Kreditor
Für Conto pro Diverse, also ein Sammelkonto für diverse Geschäftspartner. Die Angaben zum Zahlungsempfänger werden am einzelnen Beleg erfasst statt in einem eigenen Stammsatz.
Bei Vorgängen, die sich nachweislich nicht wiederholen und bei denen eine Geschäftsbeziehung gar nicht besteht, etwa Auslagenerstattungen oder einmalige Zahlungen an Institutionen.
Weil ein Sammelkonto die Nachvollziehbarkeit einzelner Zahlungsempfänger verringert. Interne Richtlinien setzen deshalb häufig Betragsgrenzen oder definieren zulässige Fallgruppen.
Nein. Es zielt auf einen anderen Bereich. Der CpD regelt die Verbuchung, das 1-Kreditor-Modell regelt die Beschaffung von Einmalbedarfen. Für Erstattungen bleibt der CpD das passende Werkzeug.
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Herausgeber — facura GmbH, Roonstraße 23a, 76137 Karlsruhe. Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter HRB 758910. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE463960641. Redaktion: operatives Team Facura.