
Ein Fertigungsbetrieb braucht eine Spezialschraube. Ein IT-Unternehmen eine ungewöhnliche Software-Lizenz. Ein Hotel-Verbund ein maßgeschneidertes Besteckmuster. Diese Artikel sind selten, oft hochspezifisch, passen in kein Standard-Katalog-System – und doch müssen sie beschafft werden. Sie fallen unter die Kategorie C-Teile: niedrige Einzelwerte, aber hohe Transaktionskosten.
Das Paradoxon der C-Teil-Beschaffung: Der Verwaltungsaufwand übersteigt oft bei weitem den Warenwert. Eine 25€-Schraube kostet durch interne Beschaffung 150€. Hinzu kommt: Kataloge und eProcurement sind dafür ausgelegt, Standard-C-Teile zu verwalten. Aber was ist mit den nicht-katalogisierbaren 20% der C-Teile-Bestellungen? In diesem Artikel beleuchten wir die „letzte Meile“ der Beschaffung und warum ein spezialisiertes Modell notwendig ist.
Einmalbedarf zu beschaffen?
Schicken Sie uns Ihre Liste. Wir prüfen Verfügbarkeit, holen Angebote ein, koordinieren die Lieferung — eine Rechnung am Ende.
Bedarf jetzt anfragen →✓ Antwort innerhalb 12 Stunden ✓ Ein Lieferant ✓ Unverbindlich
Das ABC-Prinzip: Eine Kurzauffrischung
Bevor wir uns auf C-Teile konzentrieren, kurz das ABC-Analyse-Konzept:
A-Teile: Kleine Menge, großer Wert
- ▸~10% aller Teile/SKUs
- ▸~80% des Wertes
- ▸Beispiele: Rohstoffe, teure Komponenten, High-Tech-Equipment
- ▸Beschaffungsstrategie: Intensive Lieferantenverwaltung, Just-in-Time, enge Prognosen
B-Teile: Mittlere Menge, mittlerer Wert
- ▸~30% aller Teile/SKUs
- ▸~15% des Wertes
- ▸Beispiele: Standardkomponenten, regelmäßig benötigte Materialien
- ▸Beschaffungsstrategie: Kataloge, Rahmenverträge, eProcurement
C-Teile: Große Menge, kleiner Wert
- ▸~60% aller Teile/SKUs
- ▸~5% des Wertes
- ▸Beispiele: Büromaterial, Kleinteile, Ad-hoc-Bestellungen
- ▸Beschaffungsstrategie: Vereinfachte Prozesse, oft dezentralisiert, Katalogbeschaffung
Statistik: C-Teile verursachen ca. 75% aller Lieferanten und 60–70% aller Bestellungen.
Das Problem: Non-Katalog C-Teile
Das Standard-ABC-Modell konzentriert sich auf katalogisierbare C-Teile: Büromaterial, regelmäßig benötigte Kleinteile, die von etablierten Lieferanten kommen. Aber nicht alle C-Teile sind katalogisierbar.
Beispiele für nicht-katalogisierbare C-Teile:
- ▸Spezialschrauben oder -bolzen für Spezialmaschinen (Einzelstück oder selten benötigt)
- ▸Maßgeschneiderte oder kundenspezifische Artikel (Verpackung mit Logo, Möbel-Einzelstücke)
- ▸Nischendienstleistungen (spezialisierte Reparaturen, externe Fachleute)
- ▸Gebrauchte oder Refurbished-Teile (schwer zu standardisieren)
- ▸Internationale oder regional begrenzte Lieferanten
- ▸Ad-hoc- oder Notfall-Bestellungen (kein Zeit für normale Beschaffung)
- ▸Ersatzteile für ältere Maschinen (Lieferant gibt es vielleicht nicht mehr)
Diese Teile sind echte C-Teile nach Wert (oft 5–50€), aber nicht nach Managementaufwand. Sie brauchen:
- ▸Aktive Lieferantensuche (nicht im Katalog)
- ▸Individuelle Abstimmung/Verhandlung
- ▸Oft internationale Beschaffung
- ▸Risiko: Lieferant existiert nicht (falsche Spezifikation, Lieferant gelöscht, etc.)
Das Paradox: Prozesskosten übersteigen Warenwert
Dies ist das zentrale Problem von nicht-katalogisierbaren C-Teilen: Die Prozesskosten sind nicht kleiner als bei anderen Teilen, aber der Warenwert ist deutlich kleiner.
Beispiel-Mathematik: Eine Spezialschraube kostet 12€. Der Lieferantensuche, Verhandlung, Bestellung, Rechnungsverarbeitung usw. erfordert 8 Stunden Mitarbeiterzeit à ~20€/Stunde (inkl. Overhead) = 160€ Prozesskosten. Total: 12€ Ware + 160€ Prozess = 172€. ROI: -93%.
Im Gegensatz dazu: Ein Katalog-C-Teil (z.B. Kugel-kugelschreiber, 1€) wird durch eProcurement in wenigen Minuten bestellt = 2€ Prozesskosten. Total: 1€ + 2€ = 3€. ROI: +200%.
Industriestandard: Non-Katalog-C-Teile kosten Unternehmen 15–25% mehr Verwaltungsaufwand pro Euro Warenwert als Katalog-Teile.
„Die letzte Meile“ der Beschaffung
Die „letzte Meile“ ist ein Logistik-Konzept, das beschreibt, wie die letzten Kilometer einer Lieferung besonders komplex und teuer sind. Im Beschaffungs-Kontext bedeutet „letzte Meile“: die Bestellungen, die nicht durch standardisierte Systeme abgedeckt sind.
Typischerweise:
- ▸Kataloge + eProcurement decken 60–80% aller Bestellungen ab (A- und B-Teile, Katalog-C-Teile)
- ▸Die verbleibenden 20–40% (Non-Katalog-C-Teile, Sonderbestellungen) müssen manuell oder ad-hoc beschafft werden
- ▸Diese 20–40% erzeugen aber 40–60% der Prozesskosten
Die Lücke: Was eProcurement nicht macht
eProcurement-Systeme sind toll – aber nur für Katalog-Items. Sie können nicht:
- ▸Automatisch ein Lieferant für ein nicht-katalogisiertes Artikel finden
- ▸Verhandeln (Preise sind vordefiniert)
- ▸Komplexe oder internationale Beschaffungen handhaben
- ▸Sich auf Sonderwünsche oder Spezifikationen einstellen
Deshalb: Mitarbeiter greifen auf manuelle Lieferantensuche zurück. Google, LinkedIn, Referenzen, alte E-Mails. Der Aufwand explodiert.
Der „Lost Sales“-Effekt und sein Gegenteil
Ein unerwarteter Nebeneffekt: Wenn die interne Beschaffung von Non-Katalog-Teilen zu aufwendig ist, geben Mitarbeiter auf. Sie:
- ▸Versuchen, das Teil irgendwie durch einen anderen zu ersetzen (schlechter)
- ▸Kaufen es privat und reichen die Rechnung ein (unkontrolliert)
- ▸Fragen nie nach, weil sie „nicht die Zeit haben“ (produktivitätsverlust)
- ▸Greifen zu teuren Notfall-Lieferanten (Overkill-Pricing)
Das ist das Gegenteil von „Lost Sales“ – eher „Lost Procurement“: Beschaffungsaufträge, die verloren gehen oder unkontrolliert erfolgen.
Warum Kataloge für Non-Standard-C-Teile nicht funktionieren
Manche Unternehmen versuchen, alle C-Teile in einen Katalog zu zwingen. Das funktioniert nicht, weil:
Grund 1: Zu viele SKUs
Ein umfassender Katalog mit allen möglichen C-Teilen würde Tausende oder Zehntausende von SKUs erfordern. Die Pflege wäre unmöglich. Lieferanten wollen nicht so große Kataloge. Nutzer können die Artikel nicht finden (Paralysedurch Überangebot).
Grund 2: Hohe Vorlauf-Komplexität
Um ein Artikel in den Katalog aufzunehmen, muss es spezifiziert, priorisiert und mit Lieferanten verhandelt werden. Für Non-Standard-Teile ist das wirtschaftlich nicht sinnvoll.
Grund 3: Zu schnelle Änderungen
Lieferanten für spezialisierte oder regionale Artikel ändern sich oft (Pleite, Umzug, Spezialisierung ändert sich). Kataloge können nicht mit dieser Geschwindigkeit folgen.
Grund 4: Spezifikationen sind oft Unikat
Eine „Spezialschraube“ ist oft nicht duplizierbar. Mit den gleichen Parametern kann es dutzende verschiedene Schrauben geben. Ein Katalog kann nicht alle abdecken.
Lösungsstrategien für Non-Katalog-C-Teile
Strategie 1: Dezentralisiert, aber Governance
Mitarbeiter dürfen selbst bestellen, aber unter Kontrolle:
- ▸Ausgabenlimit pro Bestellung (z.B. max. 100€)
- ▸Monatliches Review von Ad-hoc-Bestellungen
- ▸Approved Vendor Lists pro Kategorie (auf Ebene „ähnliche Artikel“)
- ▸Compliance-Training
Vorteil: Schnelligkeit, Flexibilität. Nachteil: Kontrollaufwand, oft höhere Preise.
Strategie 2: Spezialisierte Einkäufer für Spezialkategorien
Große Unternehmen etablieren dedizierte Teams für Spezial-C-Teile (z.B. ein Einkäufer nur für Spezialschrauben). Diese kennen alle Lieferanten, verhandeln zentral.
Vorteil: Gute Preise, Kontrollierbarkeit. Nachteil: Skaliert nicht bei vielen verschiedenen Spezial-Kategorien.
Strategie 3: Marketplace oder Plattformen für Spezialteile
Manche Branchen haben Spezialmärkte (z.B. Alibaba für Industrie, specialized Handwerksbörsen). Mitarbeiter können dort selbst suchen.
Vorteil: Große Auswahl, Preisvergleich. Nachteil: Qualitätskontrolle, Compliance, lange Lieferzeiten (besonders aus Asien).
Strategie 4: Einkaufsdienstleister mit 1-Kreditor-Modell (Facura)
Ein externer Dienstleister übernimmt Lieferantensuche, Verhandlung, Bestellung und Rechnungsverarbeitung für alle Non-Katalog-C-Teile. Im ERP: nur ein zusätzlicher Kreditor.
Vorteil: Großer Einsparungseffekt (60–70% Prozesskosten), Mitarbeiterzeitersparen, Professionalisierung, Compliance. Nachteil: Abhängigkeit von Dienstleister.
Einmalbedarf zu beschaffen?
Schicken Sie uns Ihre Liste. Wir prüfen Verfügbarkeit, holen Angebote ein, koordinieren die Lieferung — eine Rechnung am Ende.
Bedarf jetzt anfragen →✓ Antwort innerhalb 12 Stunden ✓ Ein Lieferant ✓ Unverbindlich
Das Facura-Modell für Non-Katalog-C-Teile
Facura ist optimiert genau für dieses Problem: Non-Katalog-C-Teile und Sonderbestellungen. Das Modell:
- ▸1. Mitarbeiter macht eine Anfrage (per E-Mail, Formular, oder Portal)
- ▸2. Facura sucht Lieferanten, verhandelt, und bestellt
- ▸3. Ware kommt an, wird überprüft, geht an den Mitarbeiter
- ▸4. Rechnung von Facura (als 1-Kreditor)
- ▸5. Mitarbeiter muss sich nicht mit Lieferantensuche/Verhandlung befassen
Im ERP: Anstatt 90+ Ad-hoc-Lieferanten, nur Facura. Das eliminiert den Verwaltungsaufwand für Non-Katalog-Teile.
Beispiel: 500 Non-Katalog-C-Teil-Bestellungen pro Jahr.
Ohne Facura: 500 × 160€ Prozesskosten = 80.000€/Jahr.
Mit Facura: 500 × 40€ Prozesskosten + Facura-Gebühren (z.B. 20.000€/Jahr) = 40.000€ Total.
Einsparung: 40.000€ pro Jahr.
Kombination: Katalog + eProcurement + Facura
Das optimale Modell kombiniert alle drei:
- ▸1. Katalog + eProcurement: für Standard-C-Teile (60–80% der Bestellungen)
- ▸2. Spezialisierte Lieferanten/Teams: für häufige Spezial-Kategorien (10–20%)
- ▸3. Facura: für den Rest – Non-Katalog-Sonder-C-Teile (5–20%)
Prozesskosten-Verteilung:
- ▸Katalog-C-Teile: 2–5€ pro Bestellung
- ▸Spezialisierte Kategorien: 20–40€ pro Bestellung
- ▸Facura-Modell: 30–50€ pro Bestellung
Durchschnitt: ~15–20€ pro Bestellung, statt 150€ wie früher.
→ Wie viele Non-Katalog-C-Teile bestellt Ihr Unternehmen jährlich? Lassen Sie uns zusammen das Sparpotenzial analysieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F1: Wie unterscheiden sich C-Teile, die in einen Katalog passen, von denen die nicht passen?
Katalog-C-Teile: Standard, regelmäßig benötigt, vordefinierte Spezifikationen, gleicher Lieferant, vorhersehbar (z.B. Papier, Stifte, Schrauben-Norm DIN 965). Non-Katalog-C-Teile: selten, spezifisch, oft Unikat, mehrere potenzielle Lieferanten, nicht vorhersehbar (z.B. Spezialschraube für alte Maschine, maßgeschneidertes Verpackungsmaterial). Faustregel: Wenn der Artikel nicht in den Katalog passt, weil „es zu spezifisch ist“ – dann ist es Non-Katalog.
F2: Wie kann ich herausfinden, wie viele Non-Katalog-C-Teile wir bestellen?
Analysieren Sie Ihre Bestellhistorie: (1) Filtern Sie alle Bestellungen, die nicht in Ihrem Katalog sind. (2) Gruppieren Sie nach Lieferant. (3) Zählen Sie die „One-Time-Lieferanten“ (nur 1–2 Bestellungen in 2 Jahren). (4) Das ist ungefähr Ihre Non-Katalog-Quote. Richtlinie: Wenn >20% Ihrer Bestellungen nur einmal pro Jahr zu einem Lieferanten gehen, ist das ein Zeichen für hohe Non-Katalog-Quote.
F3: Schadet eine 1-Kreditor-Lösung unserer Einkaufskraft?
Nein, weil diese Kreditor (Facura) für Non-Katalog-Teile agiert, nicht für strategische Beschaffung. Ihre Haupt-Lieferanten für A- und B-Teile bleiben unverändert. Facura hat durch Volumen und Spezialisierung oft bessere Preise für C-Teile als interne Mitarbeiter es hätten. Sie geben nicht „Einkaufskraft auf“ – Sie spezialisieren.
F4: Was ist mit Datenschutz und Compliance bei Facura?
Facura hat DSGVO-Compliance, Zertifizierungen (ISO, möglicherweise SOC 2) und Datensicherheitsstandards. Es gibt Verträge, die Datenschutz regeln. Wie mit jedem Dienstleister: Klare Verträge, Audit-Rechte, Versicherungen. Das ist ähnlich wie mit externen Rechnungslegern oder IT-Serviceanbietern.
F5: Funktioniert das 1-Kreditor-Modell auch für internationale Non-Katalog-Teile?
Ja, und das ist ein großer Vorteil. Internationale Beschaffung von Non-Katalog-Teilen ist komplex (Zoll, Währung, Kommunikation). Ein Dienstleister wie Facura mit internationalem Netzwerk kann das viel besser handhaben als einzelne Mitarbeiter. Tatsächlich ist das ROI für internationale Non-Katalog-Teile noch höher.
F6: Wie lange dauert es, Non-Katalog-C-Teile über einen Dienstleister zu beschaffen?
Ähnlich wie intern: 1–2 Wochen für Standard-Non-Katalog-Teile (wenn Lieferant schnell ist). Für Spezial-Anforderungen: 2–6 Wochen. Das ist nicht schneller als intern, aber oft günstiger und garantierter. Notfall-Lieferungen sind möglich, kosten aber extra.
F7: Kann Facura auch mit unserem ERP integriert werden?
Ja, es gibt verschiedene Integrationsmöglichkeiten: (1) API-Integration mit gängigen ERPs (SAP, DATEV-kompatibel). (2) Datei-basierte Integration (CSV, EDI). (3) Web-Portal oder E-Mail-Interface für einfacheren Ansatz. Die Integrationskomplexität hängt von Ihrem ERP und gewünschtem Automatisierungsgrad ab.
F8: Was ist mit Lager- und Lagerhaltungskosten?
Non-Katalog-Teile werden typischerweise Just-in-Time oder Pull-basiert beschafft, nicht gelagert. Das senkt Lagerhaltungskosten ohnehin. Mit Facura: Teile werden direkt an den Requester geliefert, kein Lageraufwand. Das ist ein zusätzlicher Vorteil.
Fazit
Non-Katalog-C-Teile sind ein Kostentreiber, der oft übersehen wird. Sie sind wertniedrig, aber prozessintensiv – eine teure Kombination. Während eProcurement und Kataloge die Standard-C-Teile gut handhaben, versagen sie bei Sonderfällen. Die Lösung ist eine Spezialisierung: Kataloge für Standards, und externe Dienstleister wie Facura für die „letzte Meile“ der Beschaffung – die Non-Katalog-C-Teile. Damit senken Sie Prozesskosten um 60–70%, geben Mitarbeitern Zeit zurück, und professionalisieren die Beschaffung.
Ist das auch für Ihr Unternehmen relevant? Kontaktieren Sie uns für eine Analyse Ihrer Non-Katalog-Bestellungen.
15 Minuten. Klarheit über Ihre Einmalbedarfe.
Kostenfreies Erstgespräch. Sie schildern Ihre Lage, wir zeigen konkrete Hebel.
Termin vereinbaren →✓ Unverbindlich ✓ Kostenfrei ✓ Konkrete Ergebnisse