Der Bedarfsträger schickt einen Link: ein Küchenschrank für den Pausenraum, ein Standventilator fürs Büro, beides nicht im Katalog des Rahmenlieferanten. Die Buchhaltung fragt nach Beleg und Kreditor und danach, ob eine Firma dort überhaupt kaufen darf. Laut AGB verkauft OTTO grundsätzlich nur an Verbraucher.

Gemeint ist otto.de, der Onlineshop der Otto GmbH & Co. KGaA. OTTO Office ist ein anderes Unternehmen (mehr unter Weg 2). In vielen Häusern gibt es für einen Händler wie diesen keinen Kreditor. Was dann bleibt, zeigt Der Einkauf kann nicht direkt bestellen.

Verkauft OTTO an Firmen?

In den AGB von otto.de (Stand 01.09.2026) steht in Nr. 1, der Verkauf erfolge „grundsätzlich nur an Verbraucher“ im Sinne des § 13 BGB, die volljährig sind. Nach Nr. 6 erfolgt die Abgabe von Artikeln nur in „haushaltsüblichen Mengen“. Eine Zahl dafür nennt OTTO nicht.

Das Gesetz beschreibt den Verbraucher als natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft überwiegend weder zu gewerblichen noch zu selbständigen beruflichen Zwecken abschließt (§ 13 BGB). Was daraus für eine Bestellung durch eine Firma folgt, etwa bei Gewährleistung, Widerruf und Rückgabe, bewertet Facura als Einkaufsdienstleister nicht. Das gehört zu Ihrer Rechtsabteilung oder einer Anwaltskanzlei.

Mancher Ratgeber im Netz empfiehlt, die Firmenadresse als Rechnungsanschrift einzutragen. Das stammt von Ratgeberseiten Dritter, nicht von OTTO.

Wer ist bei OTTO Vertragspartner?

otto.de ist ein Marktplatz. Neben der Otto GmbH & Co. KGaA bieten dort weitere Verkäufer im eigenen Namen und auf eigene Rechnung an, laut AGB Unternehmer nach § 14 BGB. Der Kaufvertrag kommt mit dem Verkäufer des jeweiligen Artikels zustande. Wer das ist, zeigt OTTO auf der Artikelseite, im Warenkorb und vor Abschluss der Bestellung („Verkäufer: …“). Bei mehreren Verkäufern in einer Bestellung gibt es in der Regel mehrere Lieferungen.

Bezahlt wird über eine dritte Stelle. Die OTTO Payments GmbH wickelt die Zahlungen für alle Käufe auf otto.de ab, die Forderung des Verkäufers wird an sie abgetreten. Außer bei PayPal geht das Geld an OTTO Payments. Vertragspartner und Zahlungsempfänger sind also verschiedene Stellen. Für den Kreditor ist das die offene Frage: Auf wen lautet er?

Schema einer Bestellung auf otto.de: Der Kaufvertrag besteht mit dem Verkäufer, die Zahlung geht an die OTTO Payments GmbH, der Rechnungsinhalt ist am ersten Beleg zu prüfen
Vertragspartner und Zahlungsempfänger sind bei OTTO nicht dieselbe Stelle.

Dieselbe Marktplatz-Logik gibt es bei Amazon, mit anderen Beteiligten: Rechnung bei Amazon-Marketplace-Händlern.

Welche Rechnung bekommt die Firma, und reicht sie für die Buchhaltung?

Eine Rechnung muss nach § 14 Abs. 4 UStG unter anderem den vollständigen Namen und die Anschrift des Empfängers nennen und den Steuerbetrag ausweisen. Bis 250 Euro genügt eine Kleinbetragsrechnung ohne den Namen des Empfängers (§ 33 UStDV). Den Vorsteuerabzug gibt es nur mit einer ordnungsgemäßen Rechnung (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG). Ob eine Rechnung auf eine Privatperson dafür reicht, klärt Ihre Steuerberatung.

Welche Angaben OTTO auf die Rechnung setzt, wenn eine Firma bestellt, können wir nicht zusagen. Prüfen Sie beim ersten Beleg:

  • ▸ Steht die Firma als Empfänger auf der Rechnung oder eine Person?
  • ▸ Wer steht als Verkäufer drauf, und mit welcher Steuernummer oder USt-IdNr.?
  • ▸ Ist Umsatzsteuer ausgewiesen?
  • ▸ Passt der Betrag zur Bestellbestätigung?

Die letzte Frage hat einen Anlass aus der Praxis: Bei einer Versandhaus-Bestellung stand auf der späteren Rechnung ein Speditionsaufschlag, der in der Bestellung nicht stand. Legen Sie Rechnung und Bestellbestätigung nebeneinander, bevor gebucht wird. Die Preise auf otto.de enthalten die gesetzliche Steuer (AGB Nr. 9); Netto-Angebote vergleichen Sie erst nach Umrechnung.

Was heißt „Kauf auf Rechnung“ bei OTTO?

Beim Kauf auf Rechnung (Bonität vorausgesetzt) haben Sie 30 Tage Zeit, an OTTO Payments zu überweisen. Die Bezahlseite von OTTO zählt die 30 Tage ab Versand, die Zahlungsbedingungen von OTTO Payments ab Rechnungsdatum. Prüfen Sie den Fristbeginn auf der ersten Rechnung. Ihre Daten gehen zur Identitäts- und Bonitätsprüfung an OTTO Payments, Skonto gibt es nicht, und OTTO behält sich vor, nur bestimmte Zahlungsarten anzubieten (AGB Nr. 11).

Dazu kommt eine Grenze bei der Lieferung: Kaufen Sie auf Rechnung, geht die erste Bestellung ausschließlich an die Rechnungsadresse. Soll die Ware an einen anderen Ort, geht das bei der ersten Bestellung auf Rechnung also nicht. Zum Zahlweg allgemein lesen Sie Shop nur mit Kreditkarte und Firmenkarte oder ein Kreditor.

Welche Wege hat der Einkauf?

Drei Fragen entscheiden, welcher Weg passt:

  • ▸ Gibt es den Artikel bei einem Lieferanten, der bei Ihnen schon angelegt ist? Dann kaufen Sie dort.
  • ▸ Ist der Bedarf einmalig? Dann steht der Aufwand einer neuen Lieferantenanlage selten im Verhältnis.
  • ▸ Muss die Ware an einen anderen Ort als die Rechnungsadresse? Dann prüfen Sie zuerst die Lieferregel oben.

1. Selbst bei OTTO bestellen

Der Kollege oder der Einkauf bestellt im Shop. Wo es klemmt: Es gilt der AGB-Wortlaut von oben, Firmenkäufe sind dort nicht vorgesehen. Ob Ihr Haus trotzdem dort bestellt, klären Sie vor der Bestellung, nicht erst bei der Rechnung. Vertragspartner ist der Verkäufer, und wer sofort zahlt, legt aus. Rechnung, Kontierung und Bestellbezug entstehen erst nachträglich. Eine Zahlungsbestätigung ersetzt die Rechnung nicht (Gilt ein PayPal-Beleg als Rechnung?).

2. OTTO Office

OTTO Office betreibt unter otto-office.com einen eigenen Shop für Geschäftskunden. Laut Impressum ist das die OTTO Office GmbH & Co KG in Hamburg, ein anderes Unternehmen als der Betreiber von otto.de. Der Shop richtet sich an Geschäftskunden, verlangt für die erste Bestellung einen Gewerbenachweis, zeigt Preise zuzüglich Mehrwertsteuer und nennt beim Rechnungskauf 30 Tage ab Zugang der Rechnung. Für Bürobedarf ist das die direkte Antwort. Der Haken: Sie brauchen einen weiteren Lieferanten samt Kreditor, und ob Ihr Küchenschrank oder Ventilator dort im Sortiment ist, zeigt nur die Suche im Shop.

3. Dasselbe Produkt woanders kaufen

Marke und Modellbezeichnung stehen im OTTO-Angebot. Damit fragen Sie beim Hersteller oder dessen Fachhandel an oder suchen auf Marktplätzen und Einkaufsportalen mit Geschäftskundenkonto. Prüfen Sie dort: Wer ist Verkäufer? Kommt die Rechnung auf die Firma, mit Steuerausweis? Wird ein Kreditor nötig? Dazu kommt: Konsumprodukte wie ein Küchenschrank führt nicht jeder Fachhändler, und als Neukunde bekommen Sie bei manchem nur gegen Vorkasse geliefert.

4. Mit der Firmenkarte zahlen

Das Geld kommt von der Firma, nicht aus der Tasche des Kollegen. Offen bleibt die Rechnungsfrage von oben, Kontierung und Bestellbezug wie bei Weg 1, und der Karteninhaber sammelt die Belege ein. Die AGB-Frage löst die Karte nicht.

5. Ein Einkaufsdienstleister

Ein Dienstleister beschafft den Artikel für Sie und stellt Ihnen eine Rechnung. Der Preis dafür: Ein weiterer Beteiligter kommt dazu, er arbeitet nicht umsonst, seine Vergütung steckt im Rechnungsbetrag, und er wird bei Ihnen einmal als Lieferant angelegt. Er ist an keinen bestimmten Shop gebunden und kann dasselbe Produkt auch bei einer anderen Quelle beschaffen. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Einmalbedarf zu beschaffen?

Schicken Sie uns Ihre Liste. Wir prüfen Verfügbarkeit, holen Angebote ein, koordinieren die Lieferung — eine Rechnung am Ende.

Bedarf jetzt anfragen →

✓ Antwort innerhalb 12 Stunden ✓ Ein Lieferant ✓ Unverbindlich

Wann passt der Weg über Facura?

Facura ist ein Dienstleister, bei dem Menschen bestellen. Keine Software, keine Plattform, nichts wird angebunden. Ihr Bestellweg bleibt: Bedarfsträger, Einkauf, Facura.

Der Weg passt, wenn der Bedarf einmalig ist, der Anbieter bei Ihnen nicht angelegt werden soll und der Kauf als normale Bestellung mit Rechnung und Zahlungsziel laufen soll. Er passt nicht, wenn es den Artikel bei einem angelegten Lieferanten gibt: Katalogware bleibt im Katalog. Der Haken: Auch Facura muss bei Ihnen einmal als Lieferant angelegt werden. Von Facuras Seite ist das innerhalb von 24 Stunden machbar, die Geschwindigkeit gibt Ihr Haus vor.

Der Einkauf schickt Link oder Artikelnummer. Facura beschafft den Artikel, zahlt beim Anbieter sofort und lässt an den Ort liefern, den Sie angeben (DAP). Solche Bedarfe hat Facura schon für Kunden beschafft: Küchenunter- und -hängeschrank für einen Pausenraum (rund 260 Euro netto Ware, mit Fracht rund 300), ein Standventilator (rund 60 Euro netto), mehrere Wäschetruhen aus Bambus (zusammen rund 800 Euro netto).

Facura kauft selbst ein und stellt Ihnen die Ware in Rechnung. Ihr Vertrag besteht dann mit Facura. Wo Facura das Produkt beschafft, beim Anbieter aus Ihrem Link oder bei einer anderen Quelle für denselben Artikel, klärt Facura mit Ihrem Einkauf. Bei Mängeln an Neuware ist Facura Ihr Ansprechpartner.

Vorher viele Kreditoren im ERP, nachher ein einziger Kreditor für alle Einmalbedarfe
Statt eines neuen Kreditors pro Händler bleibt es bei einem.

Welche Rechnung bekommen Sie?

Die Rechnung von Facura nennt den Gesamtbetrag mit ausgewiesener Umsatzsteuer, Ihre Bestellnummer und ein Zahlungsziel. Ob und wie Sie die Vorsteuer geltend machen, entscheidet Ihre Buchhaltung. Heute kommt die Rechnung als PDF, ab 2027 stellt Facura E-Rechnungen im strukturierten Format aus.

Beim nächsten Einmalbedarf bei einem Händler, den Sie nicht anlegen wollen, wiederholt sich der Ablauf: Der Einkauf schickt den Link, die Rechnung kommt von demselben Kreditor. Eine neue Lieferantenanlage entfällt.

Wofür der Weg nicht gedacht ist

  • ▸ Gefahrgut und Chemikalien. Facura bestellt kein Gefahrgut und keine kennzeichnungspflichtigen Chemikalien.
  • ▸ Beratung. Rechts- und Steuerberatung gibt es bei Facura nicht.
  • ▸ Lieferzeiten. Zusagen zur Lieferzeit des Händlers gibt es nicht.

Einmalbedarf zu beschaffen?

Schicken Sie uns Ihre Liste. Wir prüfen Verfügbarkeit, holen Angebote ein, koordinieren die Lieferung — eine Rechnung am Ende.

Bedarf jetzt anfragen →

✓ Antwort innerhalb 12 Stunden ✓ Ein Lieferant ✓ Unverbindlich

Nein. OTTO Office betreibt otto-office.com und ist laut Impressum die OTTO Office GmbH & Co KG in Hamburg, ein anderes Unternehmen als der Betreiber von otto.de. OTTO Office ist außerdem als Verkäufer auf otto.de gelistet. Für jeden Verkäufer dort gilt, was oben steht: Der Kaufvertrag kommt mit ihm zustande.

Das belegen wir nicht. Belegt ist: Vertragspartner ist der Verkäufer, Zahlungsempfänger ist außer bei PayPal die OTTO Payments GmbH. Die Informationen zur Zahlung stehen laut OTTO auf den Rechnungen unter Mein Konto. Wer als Aussteller und Empfänger auf dem Dokument steht, sehen Sie am ersten Beleg.

Prüfen Sie den Beleg wie im Rechnungsabschnitt: Empfänger, Verkäufer, Umsatzsteuer, Betrag gegen Bestellbestätigung. Gibt es noch keine Bestellung im System, klären Sie mit der Buchhaltung, ob und wie ein nachträglicher Beleg gebucht wird und ob eine korrigierte Rechnung angefordert werden soll. Wie das in Ihrem Haus geregelt ist, bestimmen Ihre eigenen Vorgaben.

Die AGB nennen dafür den Button „Verkäufer kontaktieren“ unter Mein Konto. Welche Rechte ein Unternehmen als Besteller hat, ist eine Frage für die Rechtsberatung.

Der Einkauf schickt Link oder Artikelnummer. Facura prüft, wo es das Produkt gibt, beschafft es, zahlt und lässt an Ihre Adresse liefern. Die Rechnung kommt von Facura.

Herausgeber — facura GmbH, Roonstraße 23a, 76137 Karlsruhe. Eingetragen im Handelsregister des Amtsgerichts Mannheim unter HRB 758910. Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE463960641. Redaktion: operatives Team Facura.

Wer hier schreibt

Facura beschafft seit 2023 Einmalbedarfe für Industrie und Mittelstand. Die Fälle in diesen Artikeln stammen aus der täglichen Praxis: Lieferanten für eine einzige Bestellung, Shops ohne Rechnungskauf, Belege, die im Monatsabschluss nicht aufgehen. Das Team kommt aus dem Einkauf und der Prozessoptimierung im Einkauf. Bei simple system ist Facura als Allesbeschaffer eingebunden.

Herausgeber: facura GmbH, Roonstraße 23a, 76137 Karlsruhe
HRB 758910, Amtsgericht Mannheim · Umsatzsteuer-Identifikationsnummer DE463960641
Mehr über Facura